Trainieren nach Puls oder nach Gefühl?
Diese Frage taucht immer wieder auf – und die Antwort ist, wie so oft im Leben: Es kommt darauf an.
Beide Methoden haben ihre Berechtigung, und die beste Herangehensweise liegt irgendwo dazwischen.
Nach Gefühl zu trainieren klingt zunächst sehr intuitiv, und ist es auch.
Wer gelernt hat, auf seinen Körper zu hören, kann sehr präzise einschätzen, ob die Belastung gerade passt: nicht zu leicht, nicht zu hart, sondern genau richtig.
Dieses Körpergefühl ist ein wertvolles Werkzeug, das langfristig zu einem gesunden und nachhaltigen Training führt.
Aber – und das ist entscheidend – dieses Gefühl muss man erst entwickeln.
Gerade Anfängerinnen und Anfänger im Ausdauertraining haben oft noch kein klares Gespür dafür, wie sich bestimmte Intensitäten anfühlen.
Was ist „locker“, was ist „mittel“, was ist „anstrengend“ – und wie lange kann ich das durchhalten?
Hier kommt die Pulsuhr ins Spiel. Sie liefert objektive Daten, die helfen, das eigene Körpergefühl zu kalibrieren.
Wenn du zum Beispiel beim Joggen das Gefühl hast, dass du locker unterwegs bist, aber deine Pulsuhr zeigt 170 Schläge pro Minute – dann ist das ein Hinweis darauf, dass dein Gefühl noch nicht so ganz mit der Realität übereinstimmt.
Die Pulsuhr wird so zum Trainingspartner, der dich nicht kontrolliert, sondern begleitet.
Sie hilft dir, dein Gefühl zu schärfen. Mit der Zeit wirst du immer besser darin, deine Belastung selbst einzuschätzen – und kannst dich mehr und mehr auf dein Körpergefühl verlassen. Dann kann dir die Pulsuhr bestätigen, was du intuitiv schon wusstest. Aber du wirst dir nicht mehr von ihr erzählen lassen, dass du komplett falsch liegst mit deiner Einschätzung.
Fazit: Trainiere mit Gefühl, aber erst, nachdem du dein Gefühl für die Belastung trainiert hast.
Bis dahin nutze deine Pulsuhr als Hinweisgeber, aber lass sie nicht diktieren, wie du dich zu fühlen hast.

