Auch wenn der Begriff oft so verwendet wird, ist Sporternährung doch etwas anderes als Nahrungsergänzung.
Sporternährung - gesunde Vielfalt

Sporternährung – viele gesunde Lebensmittel
(Foto: Tatjana Baibakova/Shutterstock)

Sporternährung ist eine Ernährungsform, die dazu dient, die Leistungsfähigkeit der/s Sportler:in zu optimieren. Je nach Sportart, sportlichen Zielen und unterschiedlichen Eigenschaften der/s Sportler:in ist eine andere Nährstoffzusammensetzung der Nahrung optimal.

Je nach Alter, Trainingsstand, individueller Konstitution ist eine jeweils andere Ernährung am besten. Es muss nicht jede:r das Gleiche essen.

Das Ziel ist eine Ernährung, die Training und Wettkampf optimal unterstützt. Dadurch wird das Maximum der natürlichen Leistungsfähigkeit möglich.

Erfreulicherweise kann man das mit ganz normalen Lebensmitteln erreichen. Nahrungsergänzung ist überflüssig, beziehungsweise ein Ausdruck von Bequemlichkeit.

Training und Sporternährung

Auch wenn heute oft ein anderer Eindruck erweckt wird, ist immer noch das Training der entscheidende Faktor, der über die Entwicklung der sportlichen Leistungsfähigkeit entscheidet.

Die Ernährung kann unterstützend wirken, aber sie kann niemals das Training ersetzen oder wichtiger als das Training werden.

Weiter unten gehts weiter im Text.

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Fortsetzung:

Natürlich ist die Leistungsfähigkeit auch von der Ernährung abhängig. Wenn man im Extremfall überhaupt nichts mehr isst, dann sinkt die Leistungsfähigkeit natürlich ab.

Dann ist es egal, ob oder wie man trainiert. Ausgehend von diesem Extrembeispiel könnte man sagen, dass ohne Ernährung überhaupt nichts geht, ihr Einfluss also 100% beträgt.

Auf der anderen Seite wird wohl kein Sportler sein Training auf Dauer ohne zu essen absolvieren.

Das Beispiel ist also praktisch nicht relevant. Ausnahmen können bei Erkrankungen wie der Magersucht vorkommen. In dem Fall dient das Training aber auch anderen Zwecken als der Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit.

Ernährung im Freizeit- und Fitnesssport

In der Praxis des Freizeit- oder Fitnesssportlers ist jede gesunde, ausgewogene Ernährung, wie sie auch für Nichtsportler empfohlen wird, ausreichend und gut.

Der limitierende Faktor ist hier immer das Training, nie die Ernährung. Verbesserungen bei der Ernährung führen hier nur dann zu Verbesserungen der sportlichen Leistungsfähigkeit, wenn sie vorher außergewöhnlich schlecht war.

Wer sich nur von Chips und Süßigkeiten ernährt, lebt ungesund. Das wirkt sich auch auf die Leistungsfähigkeit aus.

Ernährung im Hochleistungssport

Anders sieht es im Hochleistungssport aus. Hier kann die Ernährung den Unterschied machen, zum Beispiel die Dauer der Regeneration verkürzen, sodass öfter oder intensiver trainiert werden kann.

Dem Fitnesssportler würde diese verbesserte Regeneration im Allgemeinen ohnehin nichts nützen, da er gar keine Zeit hat, um noch öfter zu trainieren.

Auch dem Hochleistungssportler nützt die verbesserte Ernährung nicht direkt, sondern nur indirekt, indem sie ein intensiveres oder häufigeres Training ermöglicht.

Die Quelle der Leistungsverbesserung ist auch hier das Training, nicht die Ernährung.

Eiweiß

Vor allem im leistungsorientierten Fitnessbereich und im Bodybuilding geht ohne Eiweiß angeblich überhaupt nichts mehr. Jedenfalls ist diese Ansicht weit verbreitet.

Natürlich braucht man Eiweiß, aber es ist tatsächlich in ganz normalen Lebensmitteln enthalten. Viele dieser Lebensmittel werden ohnehin in sehr großen Mengen verzehrt, sodass die Eiweißversorgung vieler Menschen schon besser als optimal ist.

Vom Eiweißpulver profitieren nur die Hersteller und Verkäufer. Wer glaubt, nicht genug Eiweiß zu bekommen, kann das problemlos ändern und zum Beispiel hier und da eine Quarkspeise oder ein Extrastück Fleisch essen.

Inzwischen gibt es auch jede Menge vegane Alternativen, die gut schmecken und gesund sind. Das ist lecker und viel billiger als Eiweißpulver

Nahrungs­ergänzungs­mittel

Trotzdem werden Nahrungs­ergänzungs­mittel geradezu inflationär verwendet. Das liegt unter anderem daran, dass viele nicht kochen können und nicht wissen, wie eine gesunde Ernährung aussieht.

Eine Ernährungsberatung bei einer qualifizierten Diätassistentin oder einfach der Besuch eines Kochkurses sind Investitionen, die sich sehr schnell bezahlt machen.

Sporternährung - Mann kocht selbst

Sporternährung selbst gekocht, gesund, nahrhaft und lecker
(Foto: S_L/Shutterstock)

Vor allem, wenn man sie mit den Kosten für die Pulver und andere Nahrungsergänzungen vergleicht. Und im Ergebnis verbessert sich nicht nur die Ernährung, sondern auch die Lebensqualität.

Essen hat, auch für Sportler, viel mit Genuss zu tun. Wer kochen kann, eröffnet sich ungeahnte Möglichkeiten.

Nahrungsergänzung und Doping

Ein Grund, warum der Sporternährung in vielen Fällen mehr Aufmerksamkeit als dem Training geschenkt wird, liegt im Wunsch nach dem mühelosen Erfolg.

Leistungsverbesserung durch Training geht langsam, oft ist es ein jahrelanger Prozess, in dem es in kleinen, nach und nach auch noch immer kleiner werdenden Schritten immer weiter nach oben geht. So lange möchten viele nicht warten.

Auch wenn längst nicht jeder und jede Ungeduldige den Verlockungen des Dopings und der unerlaubten Substanzen erliegt, so geht das Versprechen der Nahrungsergänzungsmittel doch in die gleiche Richtung. Erfolg ohne Anstrengung, oder zumindest größerer Erfolg bei gleicher Anstrengung.

Bei genauerer Betrachtung haben weder Doping- noch Nahrungsergänzungsmittel diese Wirkung.

Sie ermöglichen nur, mehr zu trainieren, also mehr Anstrengung, die dann zum Erfolg führen kann. Diese Wirkung setzt aber in der Regel erst dann ein, wenn die unergänzte Anstrengung bereits an ihre Grenzen gestoßen ist, also nach Jahren effizienten, zeitraubenden Trainings.

Und dann hat eine gesunde, ausgewogene Ernährung, eben eine Sporternährung, auch noch den gleichen Effekt, sie schmeckt nur besser.