Sport hat Vorteile, Erschöpfung ist ein Nachteil
21. Mai 2021
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7 Minuten

Wer abnehmen möchte, wird früher oder später mit der Frage konfrontiert, ob er jetzt Sport machen muss. Die Begeisterung hält sich oft in Grenzen. Man kann auch ohne Sport abnehmen, keine Frage. Und Abnehmen mit Sport hat Vorteile und Nachteile, auch das ist klar.

Aber was überwiegt, die Vorteile oder die Nachteile? Um zu entscheiden, ob man sich jetzt aufraffen und trotz mangelnder Begeisterung Sport treiben soll, hilft es, sich die Vor- und Nachteile im Einzelnen angucken.

Wo kommt die mangelnde Begeisterung für Sport eigentlich her?

Wer abnehmen möchte, ist meistens übergewichtig. Wer das nicht ist, sollte besser nicht abnehmen. Aber vielleicht Sport treiben.

Mit hohem Körpergewicht ist der Alltag oft schon anstrengend genug. Sport ist noch anstrengender, das klingt nach Quälerei.

Und mit hohem Körpergewicht ist man oft genug Anfeindungen und Kritik ausgesetzt, das wird in hautengen Sportleibchen nicht besser.

Tatsache ist, dass Sport manchmal ganz schön anstrengend ist. Anstrengender als der Alltag. Aber Sport verbessert die Fitness, die Kraft und die Ausdauer. Es wird einfacher, den Alltag zu bewältigen, sein Gewicht zu tragen. Und damit wird es auch einfacher, es loszuwerden.

Tatsache ist auch, dass man zum Sport anziehen kann, was man möchte. Es muss keineswegs hauteng sein. Und man muss nicht in der Öffentlichkeit Sport machen. Es geht überall, auch zu Hause.

Man muss sich auch kein Schild umhängen, dass man gerade Sport macht. Man kann insbesondere die ersten Versuche in seiner Alltagskleidung machen. Sport ist alles, was einen anstrengt. Für den Anfang ist es gut, sich ein wenig anzustrengen.

Es ist nicht erforderlich, sogar eher kontraproduktiv, sich völlig zu verausgaben. Man muss nicht auf dem letzten Loch pfeifen, der Schweiß muss nicht in Strömen fließen. Es reicht, zum Beispiel mal ein paar Meter mehr als sonst zu Fuß zu gehen.

Die anfängliche mangelnde Begeisterung für Sport zum Abnehmen ist verständlich, aber das ist eine Hürde, die überwindbar ist. Es ist eine Frage der Betrachtungsweise.

Erinnerungen an den Sportunterricht

Viele Menschen erinnern sich mit Grausen an den Sportunterricht der Schulzeit. Jede sportliche Betätigung bringt die Erinnerung zurück und wird schon deswegen sorgfältig vermieden.

Aber Erwachsene haben einen ganz entscheidenden Vorteil: Sie können so Sport machen, wie sie wollen. Niemand hat das Recht, ihnen reinzureden. Jeder kann sich mit Sport schöne Erlebnisse schaffen. Und damit vielleicht auch die alten unschönen Erinnerungen vergessen lassen.

OK, man kann es also mal versuchen. Aber bringt es auch etwas?

Wenn man sich entschieden hat abzunehmen, dann ist Sport immer noch ganz entscheidend für den Erfolg. Natürlich hat Abnehmen mit Sport Vorteile und Nachteile.

Ob Sport einem etwas bringt, also ob die Vorteile die Nachteile überwiegen, hängt natürlich davon ab, was man erreichen möchte. Nur weil man sich einmal angestrengt hat, wird man nicht schlagartig schlank und fit sein.

Die Vorteile des Sporttreibens kommen vor allem dann zum Tragen, wenn man es nicht übertreibt. Man kann sich also ganz bewusst für die Vorteile entscheiden.

Die Nachteile des Sports treten vor allem dann in den Vordergrund, wenn man es übertreibt, wenn man sich überlastet. Man hat es also weitgehend in der Hand, ob Sport für einen selbst Nachteile hat.

Abnehmen mit Sport: Nachteile

Sport ist anstrengend, langweilig, lästig, verschwendet kostbare Zeit, macht aus dem Kopf eine knallrote Tomate und verwandelt den zivilisierten Menschen in ein schwitzendes, stinkendes Ungeheuer. Alles nicht ganz falsch. Aber man hat es in der Hand, ob es wirklich so stattfindet. Es ist also weniger der Sport als der unwillige Sportler, der es so unangenehm werden lässt.

Wer Sport macht, kann sich verletzen. Stimmt. Aber es gibt viele Sportarten, bei denen es fast unmöglich ist, sich zu verletzen. Und auch bei anderen Sportarten treten Verletzungen meistens dann auf, wenn man es übertreibt, sich überschätzt. Muss man nicht tun.

Sport kostet Geld. Wenn man sich für eine Sportart entscheidet, für die man eine Vereins- oder Studio-Mitgliedschaft und eine teure Ausrüstung benötigt, dann stimmt das. Aber es gibt ganz viele Sportarten, für die man nichts braucht außer eben sich selbst. Vielleicht noch bequeme Schuhe.

Sport kostet Zeit. Wenn man nur die Trainingszeit, die Zeit für Wege, Duschen und ähnliches berechnet, dann stimmt das. Aber Sport macht fit. Die Fitness hat man dann auch im Alltag. Sodass viele Erledigungen mit mehr Energie schneller geschafft sind.

Sport ist langweilig. Das kann stimmen. Je nach Sportart. Aber man ist frei in der Wahl seiner Sportart, und man kann in Gesellschaft Sport machen, oder dabei Kopfhörer tragen, sich die spannendsten Dinge erzählen lassen.

Sport verbraucht nicht genug Kalorien, um abzunehmen. Das ist tatsächlich völlig egal. Denn Sport macht fit. Und immer fitter, je länger man dabei bleibt. Je fitter man ist, umso mehr Kalorien kann man verbrauchen. Und auch wenn man noch am Anfang steht, verändert Sport den Appetit, sorgt für Abwechslung, oder kurz, verringert überflüssiges Essen.

Abnehmen mit Sport: Vorteile

Die Liste der Vorteile ist viel länger als die Liste der Nachteile. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Menschen von Natur aus dazu geschaffen sind, sich zu bewegen. Es liegt in unserer Natur. Der Bewegungsmangel ist ja einer der Hauptgründe für die weite Verbreitung des Übergewichtes.

Sport für die Gesundheit

Grundsätzlich fördert jeder Sport die Gesundheit, es ist also gar nicht so wichtig, wie man anfängt. Es muss ja nicht gleich Rugby oder Turmspringen sein, ein flotter Spaziergang reicht für den Anfang.

Abnehmen mit Sport hat Vorteile und Nachteile: Naturgenuss und Selbstbestimmung

Abnehmen mit Sport hat Vorteile und Nachteile: Naturgenuss und Selbstbestimmung als Vorteile
(Foto: Flotsam/Shutterstock)

Dabei kann man sich dann ja Gedanken machen, welche Sportart es denn sein soll. Es darf durchaus auch beim Spazierengehen bleiben. Denn wer regelmäßig geht, der verschafft sich alle Vorteile des Sportes, in moderatem, ausreichendem Ausmaß, bei weitgehendem Verzicht auf die Nachteile.

Regelmäßige Bewegung beugt fast immer Zivilisationskrankheiten vor, kann in vielen Fällen Zivilisationskrankheiten lindern und manchmal sogar heilen.

Das ist nicht wirklich verwunderlich, ist der Mensch doch von der Evolution her an ständige Bewegung angepasst, nicht an ständiges Sitzen. Diese regelmäßige Bewegung verschafft man sich am zuverlässigsten, wenn man es so einrichtet, dass einem die Bewegung, der Sport selbst angenehm sind.

Das ist eine Frage der richtigen Dosierung, der richtigen Sportart, des richtigen Ortes, des richtigen Outfits, der richtigen Gesellschaft und vielleicht noch ein paar anderer Gegebenheiten, je nach individueller Einstellung. Es lohnt sich, sich ein paar Gedanken zu machen, nicht einfach loszurennen.

Man darf seine Meinung auch nochmal ändern, nochmal etwas anderes ausprobieren, wenn sich der erste (oder auch der zweite oder dritte) Versuch als nicht optimal erwiesen hat.

Was sich durch Sport ändert

Sport und Bewegung führen zu einer langen Liste von Veränderungen im Körper, die bei moderater Dosierung alle positiv sind. Nur wer es übertreibt, bekommt auch die Nachteile zu spüren.

Regelmäßiger Ausdauersport verbessert die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems, die Sauerstoffversorgung, den Blutdruck, die Blutfettwerte und das Immunsystem. Blutzuckerwerte können sich normalisieren, ein Diabetes Typ 2 positiv beeinflusst werden.

 

Es ist gesünder, dick und sportlich zu sein, als dünn und unsportlich.

Die Durchblutung des gesamten Körpers wird verbessert, das wirkt sich auf das Thrombose- und Herzinfarktrisiko genauso aus wie auf die Konzentrationsfähigkeit und das Aussehen der Haut. Der gesamte Bewegungsapparat, Knochen, Sehnen, Bänder, Muskeln und Gelenke werden gestärkt, das Risiko, an Arthrose oder ähnlichem zu erkranken, sinkt. Die Beweglichkeit und körperliche Belastbarkeit kann bis ins hohe Alter erhalten bleiben.

Regelmäßiges Krafttraining verbessert die Leistungsfähigkeit der Muskeln, die Kraft und die Kraftausdauer. Der gesamte Bewegungsapparat wird gestärkt. Man kann höhere Gewichte heben als untrainiert, man kann Gewichte öfter heben, und das auch noch, ohne sich Schäden am Bewegungsapparat zuzuziehen.

Sport treiben hat Vorteile und Nachteile

Das hat durchaus Vorteile im Alltag. Daneben verbessert ein Krafttraining die Koordination der Muskeln, sodass man zum Beispiel seltener fällt, sich besser abfangen kann und dann auch noch ein geringeres Verletzungsrisiko hat, falls man doch mal hinfällt. Regelmäßiges Krafttraining kann die Gebrechlichkeit des Alters weitgehend vermeiden helfen, bis in ein sehr hohes Alter.

Neben diesen ganzen Vorteilen, die sich erst nach längerer Zeit des regelmäßigen Trainings deutlich bemerkbar machen, gibt es aber auch positive Veränderungen, die sofort eintreten.

Wer moderat und der eigenen Fitness angemessen trainiert, fühlt sich nach dem Training besser. Dieses Wohlbefinden hält über längere Zeit an, die gute Laune steigt. Das kann bis zur Vermeidung von Erkrankungen wie Depressionen oder Burn Out reichen.

Sport kann die negativen Auswirkungen von Stress lindern, kann das Selbstbewusstsein verbessern. Durch Sport lernt man die eigenen Grenzen kennen, das ermöglicht eine realistische Selbsteinschätzung, auch in ganz anderen Bereichen. Man kann wieder lernen, sich etwas zuzutrauen.

Regelmäßiger Sport vermindert Muskelverspannungen, damit auch Kopfschmerzen und andere Folgeerkrankungen. Sport verbessert die Verdauung und die Schlaftiefe. Durch angemessenen Sport bekommt man den Kopf frei und fühlt sich erholt und gut gelaunt. Das hilft, die Sorgen und Belastungen des Alltags realistischer zu betrachten und Probleme zu lösen.

Durch Sport kann man nochmal neue Menschen kennenlernen, vielleicht ganz andere als man bisher kennt. Das kann den Horizont erweitern und zu neuen Freundschaften führen. Es kann auch einfach guttun, zu sehen, dass andere Menschen auch Probleme und Schwierigkeiten haben, und wie sie darangehen, die zu bewältigen.

Sich bewusst zu machen, dass Sport positive Auswirkungen hat, die sofort oder jedenfalls bereits nach kurzer Trainingsdauer eintreten, hilft dabei, die Motivation für ein moderates Training aufzubringen, es nicht zu übertreiben, aber eben auch nicht zu wenig zu tun.

Dadurch steigt die Fitness dann recht schnell an, sodass man immer mehr leisten kann, wenn man möchte. Zur Gesundheitsförderung ist das nicht unbedingt erforderlich, aber wer gesund ist, darf auch mehr oder intensiveren Sport machen.

Abnehmen mit Sport: Vorteile und Nachteile sind Ansichtssache

Sport ist eins der wirksamsten Mittel gegen Übergewicht. Sport und Bewegung können die Entstehung von Übergewicht verhindern oder zumindest dafür sorgen, dass eine Gewichtszunahme nur moderat ausfällt. Sport erleichtert auch das Abnehmen, kann außerdem die negativen Auswirkungen eines zu hohen Gewichtes vermeiden helfen.

Es ist gesünder, dick und sportlich zu sein, als dünn und unsportlich. Es sieht auch besser aus.

Genauso, wie jeder Sport gut für die Gesundheit ist, so ist auch jeder Sport förderlich, wenn man abnehmen möchte. Statt sich also stundenlang Gedanken um die richtige Sportart zu machen, sollte man erstmal anfangen, am besten klein. Steigern kann man sich dann immer noch.

Denn anders als die meisten meinen, geht es beim Sport zum Abnehmen nur am Rande um den Kalorienverbrauch, viel wichtiger ist die Steigerung der Fitness und die Verbesserung des Wohlbefindens.

Es sind die gleichen Veränderungen im Körper, die der Gesundheit dienen, die am Ende auch schlank machen oder zumindest eine Gewichtszunahme vermeiden helfen. Was gesund ist, macht auch schlank. Auch fürs Abnehmen zählt also die Regelmäßigkeit, nicht die Intensität der sportlichen Betätigung.

Sport reguliert den Appetit

Sport reguliert den Appetit und verbessert die gute Laune. Das vermeidet Frustessen und führt dazu, dass man gesündere Lebensmittel bevorzugt. Dadurch werden letzten Endes weniger Kalorien aufgenommen, zumindest in Relation zum jetzt erhöhten Energieverbrauch. Es lohnt sich, diesen Aspekt aktiv zu nutzen, sich ganz bewusst gesünder zu ernähren. Mit Sport fällt das viel leichter als ohne Sport.

Muskeln verbrauchen Energie

Sportler haben eine größere Muskelmasse, was nicht nur gesund ist, sondern auch zu einem ständig erhöhten Energieverbrauch führt. Die größere Muskelmasse führt auch zu einer besseren Körperhaltung und Körperbeherrschung, sodass man schlanker erscheint.

Auch ein höheres Gewicht ist aufgrund einer größeren Muskelmasse besser am Körper verteilt, abgesehen davon, dass Muskeln etwas schwerer sind als Fett. Wer sportlich ist, darf also etwas mehr wiegen, ohne dick zu sein. Das ist dann sogar gesünder.

Auch wenn es trivial erscheint, aber angemessener Sport verbessert die Fitness, also die Leistungsfähigkeit. Dadurch kann man mehr leisten, also auch mehr Energie verbrauchen.

Das wirkt sich nicht nur so aus, dass man mehr trainieren kann, bei gleicher subjektiver Anstrengung, sondern es erleichtert es auch, im Alltag mehr Dinge zu tun. Dadurch verbraucht man viel zusätzliche Energie. Oft ohne es zu merken, weil es jetzt einfach keine Mühe mehr macht.

Abnehmen mit Sport: Sport ist mehr als nur Mittel zum Zweck

Wer also mit Sport abnehmen möchte, der trifft eine gute Wahl. Allerdings sollte man nicht der Versuchung nachgeben, seine Sportart nach dem Kalorienverbrauch auszuwählen. Denn es ist immer der Sportler, der die Kalorien verbraucht, niemals die Sportart.

Wer also (noch) nicht fit ist, der wird eher wenig Kalorien verbrauchen, in jeder Sportart. Man sollte sich klarmachen, dass das keine Rolle spielt. Denn zum einen ist das erstmal eine Tatsache, genauso wie das eigene Körpergewicht, zum anderen wird ein moderates, angemessenes Training diese Tatsache recht schnell ändern.

Wer dagegen übertreibt, mit dem Kopf durch die Wand will, der wird nicht nur kaum Fortschritte machen, sondern auch recht schnell die Motivation verlieren. Wer angemessen trainiert, kann übrigens auch die anfängliche Zunahme durch Sport vermeiden, die so viele so sehr frustriert.

Sport ist also ein gutes Mittel, um den Zweck Abnehmen zu erreichen. Aber man sollte nicht nur das Mittel zum Zweck sehen, sondern versuchen, dem Sport selbst möglichst viel Positives abzugewinnen.

Das gelingt durch Auswahl der passenden Sportart, nicht nach dem Kalorienverbrauch, sondern nach den persönlichen Vorlieben und Möglichkeiten. Das gelingt durch ein moderates, angemessenes Training, das Überlastung vermeidet, das Wohlbefinden fördert und recht schnell zu einer motivierenden Leistungsverbesserung führt.

Das gelingt durch das bewusste Erleben der guten Laune, die durch Sport und Bewegung hervorgerufen wird.

Wenn der Arzt sagt, dass man Sport machen muss

Nicht jeder kommt von alleine auf die Idee, Sport zu machen. Manchem wird es vom Arzt empfohlen, aus gesundheitlichen Gründen. Mancher treibt Sport, um das Gewicht zu reduzieren. Beides führt dazu, dass man den Sport nicht für sich betrachtet, sondern nur als Mittel zum Zweck.

Wird dieser Zweck dann nicht sofort erreicht, drängen sich die Nachteile schnell in den Vordergrund, und die Motivation sinkt auf den Nullpunkt. Das muss nicht sein. Eine realistische Betrachtung, eine Abwägung der Vor- und Nachteile, der Möglichkeiten, die einem der Sport bietet, hilft dabei, die Motivation zu erhalten und dann doch noch den angestrebten Zweck zu erreichen, die Gesundheit zu verbessern, das Gewicht zu reduzieren.

Wer nicht um des Sportes willen Sport treibt, sondern um einen anderen Zweck damit zu erreichen, sollte sich immer klarmachen, dass Sport wirkt, aber nicht sofort. Es geht also immer darum durchzuhalten, sich die Motivation zum Sport für lange Zeit zu erhalten. Das „Geheimnis“ des Erfolges liegt immer in der Regelmäßigkeit, nicht in der Intensität.

Sport Vorteile, Sport Nachteile? Egal, einfach mal machen und dann weitersehen!

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