Sportschuhe, Fitnessschuhe, Laufschuhe – wer braucht was und warum?

Laufschuhe oder Fitnessschuhe? Wie man aus der riesigen Auswahl die für einen selbst passenden Schuhe findet, vor allem als Laufanfänger oder Fitnessanfänger
Laufschuhe, stilisierte Darstellung, allgemeine Darstellung
20. August 2022
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10 Minuten
Astrid Kurbjuweit

Wer mit Fitnesstraining anfangen will, muss als Erstes einen ganzen Berg Ausrüstung kaufen? Falsch.

Richtig ist, dass man für die ersten Versuche irgendwas anziehen kann, dass man darüber hinausgehende Ausrüstung zunächst ausleihen kann.

Sobald man aber weiß, dass man öfter trainieren wird, sind zumindest Trainingsschuhe oder Sportschuhe eine wichtige Investition, die sich definitiv auszahlt.

Und weil die meisten am Anfang entweder Laufen gehen oder ins Fitnessstudio, soll es hier um hochwertige Laufschuhe und um verschiedene Varianten von Fitnessschuhen gehen.

Laufschuhe oder Fitnessschuhe, was braucht man?

Grundsätzlich sollte man Schuhe, mit denen man draußen trainiert, nicht im Fitnessstudio, oder ganz allgemein indoor, tragen. Und umgekehrt. Man braucht also im Allgemeinen mindestens zwei Paar Schuhe.

Und wenn man schon welche kauft, kann man auch gleich die Schuhe kaufen, die am besten für die jeweilige Sportart geeignet sind.

Wer also Laufen möchte, sollte Laufschuhe kaufen, keine Sneaker oder sonstige billige Allroundschuhe. Das gilt auch dann, wenn man sich bei seinen ersten Laufversuchen noch nicht so ganz sicher ist, ob das wirklich schon die Bezeichnung Laufen verdient. Man kommt schneller dahin, wenn man gute Schuhe hat.

Im Fitnessstudio ist es nicht ganz so wichtig, welche Schuhe man trägt, es sollten nur Indoor-Schuhe sein. Aber auch hier hat es sich bewährt, auf wirklich gute Fitnessschuhe zu setzen. Wer an der freien Langhantel trainieren möchte, sollte auch Gewichtheberschuhe in Erwägung ziehen. Sie erleichtern das Erlernen der korrekten Hanteltechnik.

Wie finde ich die richtigen Laufschuhe?

Wer entschieden hat, Laufschuhe zu kaufen, steht vor einer riesigen Auswahl, die einen erschlagen kann.

Es hilft also, zunächst ein bisschen zu sortieren. Meistens kann man eine große Anzahl an Schuhen von vornherein aussortieren, weil sie nicht zu einem selbst, oder für den angestrebten Zweck, passen.

Straßen-Laufschuhe, Trail-Laufschuhe, Spikes für die Laufbahn

So werden Laufschuhe angeboten, die zum Laufen auf Asphalt, auf der Straße oder anderen befestigten Untergründen gedacht sind. Die meisten Laufeinsteiger sollten in dieser Kategorie suchen.

Daneben gibt es noch Trail-Laufschuhe, die für Querfeldein-Laufen gut sind. Das ist für die meisten Anfänger nicht die Sportart der Wahl, schon deshalb nicht, weil in Mitteleuropa die passenden Laufstrecken gar nicht so einfach zu finden sind.

Wer aber querfeldein laufen möchte, sollte tatsächlich auch Trail-Schuhe kaufen. Und dabei bedenken, dass diese Schuhe für die Straße nicht geeignet sind. Die Sohle besteht aus einer weicheren Gummimischung, die auf der Straße ganz schnell abnutzt.

Und dann gibt es noch Laufschuhe, die für das Laufen auf der Laufbahn, auf Tartan, im Stadion gemacht sind. Da geht es fast immer um das Laufen mit hoher Geschwindigkeit, auf relativ oder ganz kurzen Strecken. Das ist nicht für Anfänger.

Und falls man doch mal im Stadion laufen möchte, geht das zunächst auch in Straßen-Laufschuhen.

Lauf-Anfänger landen also in fast jedem Fall bei Straßen-Laufschuhen.

Straßen-Laufschuhe für Laufanfänger, für Männer und für Frauen

Straßen-Laufschuhe sind echte Laufschuhe, keine Straßenschuhe. Sie sind nur auf befestigte Lauf-Untergründe optimiert.

Meistens werden für Frauen andere Laufschuhe angeboten als für Männer. Worin sich diese Schuhe unterscheiden, ist allerdings je nach Hersteller und Marke verschieden.

Manchmal ist es nur die Farbe. Frauen wird Pink oder ähnliches angeboten, Männern Dunkelblau oder Ähnliches. Da kann man sich dran halten, wenn man möchte. In jedem Fall sollte man seine Laufschuhe nicht nach Optik kaufen. Auf die inneren Werte kommt es an.

Laufschuhe - profilierte, rutschfeste Sohle

Laufschuhe – profilierte, rutschfeste Sohle
Foto: Aleksandr Grechanyuk/Shutterstock

Wichtiger ist, dass Frauen meistens weniger wiegen als Männer. Die Dämpfung der Schuhe ist also auf ein anderes Körpergewicht ausgelegt. Wer also als Frau relativ schwer ist, kann unter Umständen bei Männer-Laufschuhen fündig werden. Ein recht leichtgewichtiger Mann kann bei den Frauen-Laufschuhen die besser passenden Schuhe finden.

Das muss aber nicht so sein. Auf die Dauer hilft, in den Schuhen zu laufen, Erfahrungen zu sammeln und beim nächsten Schuhkauf aus dieser Erfahrung zu lernen.

Wer mit Laufen oder Joggen anfängt um abzunehmen, ist meistens etwas schwerer. Laufschuhe, die für ein etwas höheres Gewicht ausgelegt sind, halten länger.

Meistens ist es auch so, dass Männer breitere Füße haben als Frauen. Entsprechend sind breite Frauenschuhe unter Umständen schmaler als normal-breite Männerschuhe. Auch hier kann man gucken. Wenn man als Mann schmale Füße hat, können Frauen-Laufschuhe besser passen. Frauen mit breiten Füßen können unter Umständen in Männerschuhen besser laufen.

Man sollte also nicht zu sehr darauf fixiert sein, Schuhe mit dem entsprechenden Label zu kaufen.

Sinnvoll ist, zunächst die Schuh-Kategorie zu wählen, in die man nach der Beschreibung am besten passt und zu gucken, welche Schuhe dort angeboten werden. Falls man nicht fündig wird, ist es nicht verboten, in die anderen Kategorien zu gucken. Es gibt für jeden den passenden Laufschuh!

Trainingsschuhe oder Wettkampfschuhe?

Für Laufanfänger ist die Entscheidung zwischen Trainings- und Wettkampfschuhen eine theoretische. Die Wettkampfschuhe fallen erstmal aus. Es werden Trainingsschuhe benötigt.

Laufschuhe und Dämpfung

Laufschuhe gibt es mit starker und weniger starker Dämpfung, auch ganz ohne. Während man als Laufanfänger so ganz ohne Dämpfung wahrscheinlich nicht glücklich wird, ist die Entscheidung zwischen weniger und mehr Dämpfung schwierig.

Allgemein kann man sagen, je schwerer man ist, umso mehr Dämpfung braucht man. Und je fitter, je besser trainiert man ist, umso weniger Dämpfung ist angesagt. Es kommt aber auch auf den Laufstil und auf das ganz individuelle Wohlbefinden an.

Laufanfänger suchen am besten zunächst bei den gut gedämpften Schuhen. Denn für gewöhnlich ist die Fußmuskulatur, die für die natürliche Dämpfung sorgt, noch nicht so gut trainiert.

Das Laufgefühl ist ein bisschen wie auf Wolken. Das kann herrlich sein, aber es kann auch den Kontakt zum Untergrund ein wenig vermissen lassen. Es ist auch eine Frage der individuellen Vorlieben.

Auf der anderen Seite sorgen Schuhe mit weniger Dämpfung eher dafür, dass die Fußmuskulatur den untrainierten Zustand möglichst bald hinter sich lässt. Der Weg dorthin kann aber unter Umständen anstrengender sein.

Wenn das erste Paar Laufschuhe ans Ende seiner Lebensdauer kommt, wird man wissen, wie man sich die Dämpfung seines zweiten Paares Laufschuhe vorstellt. Da gibt es kein richtig oder falsch, das sind individuelle Vorlieben.

Neutralschuhe oder Schuhe mit Pronationsstütze?

Eine wichtige Unterscheidung ist für Anfänger unter Umständen schwierig zu treffen. Neutralschuhe sind für gesunde Füße, die keine Unterstützung brauchen. Sie sind aber auch die richtigen Schuhe für Menschen, die orthopädische Einlagen tragen.

Schuhe mit Pronationsstütze braucht man, wenn man beim Auftreten mit dem Knöchel nach innen abknickt. Wer ausgeprägte X-Beine hat, ist mit einer Pronationsstütze gut bedient. Aber auch wer seine (Straßen-)Schuhe auf der Innenseite abläuft, braucht eine Pronationsstütze.

Wer im Zweifel ist, kann mit dem Video-Beweis arbeiten. Man stellt eine Kamera auf dem Boden auf, so dass sie die eigenen Fußknöchel gut im Blick hat. Dann geht man barfuß von der Kamera weg. Auf dem Video achtet man dann auf die Stellung der eigenen Fußknöchel beim Auftreten.

Wenn der Fuß nach innen abknickt, braucht man eine Pronationsstütze. Sonst nicht.

Welche Laufschuh-Marke ist die beste?

Wenn man alle diese Entscheidungen getroffen hat, dann kommt die Frage nach der Schuh-Marke. In keinem Fall sollte man sich zu früh auf eine Marke festlegen. Das kann dazu führen, dass einem die am besten für einen geeigneten Schuhe entgehen.
Es gibt nicht die beste Laufschuh-Marke. Allerdings gibt es Markenschuhe und billige Imitate. Wer es ernst meint mit dem Laufen, sollte das Geld in die Hand nehmen, das hochwertige Laufschuhe nun mal kosten.

Da steckt eine Menge Entwicklungsarbeit drin, die Schuhe sind optimal auf den jeweiligen Zweck angepasst. Das ist den etwas höheren Preis wert.

Welche Schuhgröße passt mir?

Erstaunlich viele Menschen wissen nicht wirklich, welche Schuhgröße sie haben. Ganz viele Menschen tragen Schuhe, die ihnen zu klein sind. Beim Laufen sollte man diesen Fehler vermeiden, er kann sich wirklich schmerzhaft auswirken.

Wie stellt man nun fest, in welcher Größe man seine Laufschuhe kaufen sollte?

Wenn man Schuhe hat, die einem wirklich gut passen und die einer herausnehmbare Einlegesohle haben, dann kann man die Länge dieser Sohle messen. Aus der Zentimeter-Zahl folgt dann die passende Schuhgröße. Laufschuhe sollten eine halbe bis eine Nummer größer sein als Alltagsschuhe.

Wer keine solche Einlegesohle hat, kann den Umriss der eigenen Füße (in Socken) auf ein Blatt Papier zeichnen und dann die Länge messen. Den Stift beim Zeichnen senkrecht halten. Es gilt die Länge des größeren Fußes und Laufschuhe müssen mindestens 1,5 Zentimeter länger sein, besser 2 Zentimeter.

Etwas zu große Schuhe kann man mit dicken Socken ausgleichen. Wenn sie zu klein sind, ist man ausgeliefert. Oft merkt man erst nach einigen Läufen, wenn die Schuhe zu klein sind. Dann kann man sie nicht mehr umtauschen.

Beim zweiten Paar Laufschuhe weiß man schon besser, wie groß die Schuhe sein müssen. Für die meisten Leute gilt, die Schuhe müssen größer sein als man denkt!

Wenn man alle diese Überlegungen beachtet hat, dann kann man die Schuhe aus der resultierenden Auswahl kaufen, die einem am besten gefallen, die am schönsten aussehen, die die Lieblingsfarbe haben oder von der Lieblingsmarke sind. Für langanhaltenden Laufspaß sollte man diese Reihenfolge einhalten.

Hochwertige Laufschuhe zu finden, die optimal zu einem passen, kann also ganz einfach sein. Auf der verlinkten Seite findet sich auch ein Laufschuh-Finder, der alle wichtigen Kriterien nach und nach abfragt und dann eine passende Auswahl anbietet.

Schuhe fürs Fitnessstudio, Fitnessschuhe

Mit den Laufschuhen sollte man nicht im Fitnessstudio trainieren. Besser als Laufschuhe sind ohnehin Fitnessschuhe geeignet. Hier gibt es eine große Auswahl an (fast) universell einsetzbaren Schuhen, von Cardio- über Zirkeltraining bis hin zu Krafttraining sind ganz viele Schuhe verwendbar. So dass man fürs Fitnessstudio normalerweise nur ein Paar Schuhe braucht.

Fitnessschuhe machen das Fitnesstraining angenehmer.

Fitnessschuhe machen das Fitnesstraining angenehmer.
Foto: antoniodiaz/Shutterstock

Eine Ausnahme gilt, wenn man an der freien Langhantel trainieren möchte. Hier ist man besser bedient, wenn man Gewichtheberschuhe verwendet. Diese bieten einen festen Halt und einen Absatz, also eine erhöhte Fersenposition.

Mit solchen Schuhen lässt sich die optimale Handhabung und Technik an der Langhantel ganz einfach erlernen. Es macht wirklich einen Unterschied!

Für andere Trainingsarten sollte man diese speziellen Schuhe dagegen nicht verwenden. Flache Schuhe ohne Absatz sind überall besser, außer beim Gewichtheben.
Wer nur an Geräten trainiert, sei es Cardio oder Krafttraining, braucht sich über seine Schuhe nicht so sehr viele Gedanken zu machen.

Es empfiehlt sich, Fitnessschuhe zu nehmen, weil diese atmungsaktiv und rutschfest sind, aber welche man nimmt, kann man nach den individuellen Vorlieben entscheiden.

Fitness- oder Trainingsschuhe sind dann auch geeignet, wenn man an Kursen teilnimmt, wo man vielleicht hüpft und springt, sei es Aerobic oder Zumba oder was gerade angesagt ist.

Insgesamt ist man also mit zwei Paar sorgfältig ausgewählten Paar Trainings- und Laufschuhen für fast alle Eventualitäten gerüstet. Die Erfahrung lehrt allerdings, dass im Laufe der sportlichen Karriere, egal wie diese aussieht, die Zahl der Schuhe immer größer wird. Je öfter man trainiert, umso besser ist es auch, Schuhe zum Wechseln zu haben.

Sie werden nass, sie fangen an zu müffeln, sie sind im Winter nicht warm genug oder im Sommer zu warm, und schon ist man bei mehr Schuhen als man denkt. Wenn sie einen dazu animieren, immer weiter zu trainieren, spricht nichts dagegen!

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Beitragsbild: Anna Hnatiuk/Shutterstock