Sportlehrer werden durch Studium oder Ausbildung

Sportlehrer:in werden durch Studium oder Ausbildung. Was ist besser, vor allem, was ist besser für die persönlichen Ziele? Beides führt zu staatlich anerkannten Abschlüssen. Sportlehrer unterrichten Sport, entweder an Schulen oder an allen möglichen Sport- und Fitnesseinrichtungen.
Ein Sportlehrer erklärt einer Basketball-Mannschaft die nächsten Spielzüge
16. Februar 2022
Astrid Kurbjuweit
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6 Minuten
Wer Sport und Fitness zum Beruf machen möchte, sollte die Ausbildung, beziehungsweise das Studium zur Sportlehrerin oder zum Sportlehrer in Erwägung ziehen. Man erwirbt einen staatlich anerkannten Abschluss, das ist im Sport- und Fitnessbereich nicht selbstverständlich.

Die Ausbildung zur Sportlehrerin steht dabei grundsätzlich jedem offen, der einen mittleren Schulabschluss hat. Daneben haben zumindest einige Ausbildungsanbieter noch ihre je eigenen Kriterien, nach denen sie ihre zukünftigen Schüler oder Azubis auswählen.

Der Zugang zum Studium ist etwas schwieriger. Zum einen braucht man Abitur, zum anderen veranstalten die Sporthochschulen im Allgemeinen Eingangstests. Man muss also zunächst seine eigene Fitness und Vielseitigkeit unter Beweis stellen, bevor man zugelassen wird.

Hier geht es um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Zugänge zum Sportlehrer-Beruf.

Was macht ein Sportlehrer?

Ganz grundsätzlich unterrichtet ein Sportlehrer Sport. Er leitet an, er erklärt, er erstellt Trainingspläne und vermittelt sportliche Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Konkret kommt es aber sehr stark darauf an, wo man arbeitet. Wer Sport auf Lehramt studiert hat, wird in den meisten Fällen an einer öffentlichen, allgemeinbildenden Schule Kinder und Jugendliche unterrichten. Menschen, von denen manche sehr sportlich interessiert sind, andere aber überhaupt nicht.

Die Aufgabe des Sportlehrers, der Sportlehrerin ist es, allen gerecht zu werden, alle nach Möglichkeit zu fördern.

Ein Sportlehrer unterrichtet Kinder

Ein Sportlehrer unterrichtet Kinder, erklärt ein Ballspiel
Foto: Altrendo Images/Shutterstock

Wer eine Ausbildung zum Sportlehrer, zur Sportlehrerin gemacht hat, wird im Allgemeinen nicht im Staatsdienst arbeiten. Aber die Tätigkeit ist im Grunde trotzdem dieselbe, nur die Randbedingungen sind unter Umständen erheblich anders.

So wird man mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen arbeiten, die interessiert und motiviert sind, die freiwillig kommen und die sich verbessern möchten. Das kann völlig andere Arbeitsbedingungen bedeuten.

Als Sportlehrer:in beherrscht man möglichst viele Sportarten selbst, sodass man sie unterrichten und Menschen anleiten kann. Man erklärt, macht vor, organisiert einen systematischen Trainingsaufbau für Einzelpersonen und Gruppen. Für Individualsportarten und für Mannschaftssportarten. Je nach persönlicher Präferenz, aber auch je nach Arbeitsgebiet.

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Die Arbeit in einer öffentlichen Schule kann völlig anders aussehen als die in einem Fitnesscenter, einem Sportverein oder in einer Rehabilitationseinrichtung. Sehr verschieden davon gestaltet sich auch die Arbeit mit den Teilnehmern touristischer Spaßangebote.

Die möglichen Tätigkeitsfelder sind sehr vielfältig. Es lohnt sich, vor Beginn der Ausbildung einfach mal Stellenanzeigen zu studieren, mal zu gucken, was es alles für Möglichkeiten gibt. Dazu gehört auch, sich zu fragen, ob der Beruf der richtige ist, wenn nichts dabei ist, was man gerne machen würde.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um Sportlehrer:in zu werden?

Wer Sportlehrer:in werden möchte, sollte sportlich sein und möglichst viele Sportarten beherrschen. Je vielseitiger man dabei ist, umso besser. Je leichter es einem fällt, eine neue Sportart zu erlernen, umso besser.

Ganz pragmatisch, es gibt fast überall einen Eingangstest. Den sollte man bestehen. Aber die Sportlichkeit alleine reicht nicht aus.

Im Beruf hat man ständig mit Menschen zu tun. Man muss ständig mit Menschen reden, mit Menschen umgehen, auch mit Menschen, die man persönlich vielleicht nicht mag. Für Einzelgänger, die im stillen Kämmerlein oder auch alleine auf der Marathonstrecke glücklich sind, ist es vielleicht nicht der richtige Beruf.

Wer davon träumt, einhand die Welt zu umsegeln, könnte den ständigen Kontakt mit vielen Menschen auf die Dauer stressig finden.

Und man muss ständig etwas erklären, etwas beibringen, motivieren und auch mal Streit schlichten. Ein wenig diplomatisches Geschick und eine gute Ausdrucksweise sind sehr nützlich. Wenn man ein freundliches Durchsetzungsvermögen mitbringt, ist das sehr hilfreich, auch wenn man einiges lernen kann.

Für gewöhnlich arbeitet man selbständig, also ohne selbst angeleitet zu werden. Man muss also Verantwortung übernehmen können und auch ohne Kontrolle gut und gewissenhaft arbeiten können. Wer Probleme hat, Situationen mit vielen Menschen zu überblicken, sollte vielleicht einen anderen Beruf wählen.

Wer Sport auf Lehramt studieren möchte, braucht im Allgemeinen ein zweites Fach. Man sollte eine Idee haben, was das sein könnte.

Wichtige Fragen vor der Entscheidung

Bevor man sich für eine Ausbildung oder ein Studium entscheidet, sollte man sich über ein paar Dinge im Klaren sein. Schließlich geht es nicht nur um die verhältnismäßig kurze Zeit des Lernens, sondern um die sehr viel längere Zeit der Berufstätigkeit. Dass es mit Sport und mit Menschen, die Anleitung zum Sport brauchen, sein soll, wird an dieser Stelle mal vorausgesetzt.

Man sollte in sich reinhören, sich klar werden, über die Frage, ob man lieber mit Erwachsenen oder mit Kindern arbeiten möchte.Ob es einem wichtig ist, dass die Menschen, mit denen man arbeitet, freiwillig mitmachen, oder ob man sich zutraut, auch Unwillige zu motivieren.

Ob einem eine geregelte Arbeitszeit wichtig ist, oder ob es einem egal ist, wenn man abends oder am Wochenende arbeiten muss. Ob man Wert auf eine feste Anstellung, im Idealfall eine Verbeamtung legt, oder ob man einen problemlosen Wechsel des Arbeitgebers wichtig findet. Ob man sich vielleicht in Zukunft selbständig machen möchte oder ob das überhaupt keine Option ist. Wie wichtig das Geld ist, ob man dafür bereit ist, an anderer Stelle Kompromisse zu machen.

Ein Sportlehrer korrigert einen angehenden Gewichtheber für den optimalen Bewegungsablauf

Ein Sportlehrer korrigert einen angehenden Gewichtheber für den optimalen Bewegungsablauf
Foto: MilanMarkovic78/Shutterstock

Bei allen diesen Fragen unterscheiden sich Menschen, dem einen ist dies wichtig, dem anderen etwas Anderes. Wer vorher darüber nachdenkt, vermeidet Enttäuschungen. Und schließlich muss man sich keineswegs zwischen den beiden hier vorgestellten Sportlehrer-Berufen entscheiden. Es gibt eine ganze Liste an weiteren Sport- und Fitnessberufen.

Bei allem sollte man aber bedenken, dass man einen Beruf anstrebt, den man ein Arbeitsleben lang ausführen möchte. Die eigene körperliche Fitness wird aber im Laufe der Jahre irgendwann nachlassen. Das ist kein Hinderungsgrund, es gibt genügend Weiterbildungen, mit denen man auch später im Sport- und Fitnessbereich bleiben kann, aber vielleicht mehr Zeit im Büro verbringen wird.

Wer jetzt schon weiß, dass er auf keinen Fall später noch Weiterbildungen machen möchte, der sollte sich darüber klar sein, dass es irgendwann richtig anstrengend werden könnte.

Sportlehrer werden ohne Studium

Als Sportlehrer werden meistens Menschen bezeichnet, die an allgemeinbildenden Schulen unterrichten. So ein Sportlehrer kann man unter Umständen auch ohne Sportstudium werden, zumindest in Zeiten des Lehrermangels. Der Zugang unterscheidet sich je nach Bundesland, und die Bedingungen ändern sich auch immer mal wieder.

Wer daran interessiert ist, findet meistens bei den jeweiligen Kultusministerien Antworten auf zumindest einige Fragen. Meistens wird es allerdings auf eine befristete Anstellung hinauslaufen. Beamter wird man im Allgemeinen nur dann, wenn man die Voraussetzungen auf dem Papier ganz genau erfüllt. Egal, was man kann.

Aber ganz generell ist ein Sportlehrer, eine Sportlehrerin auch jemand, der oder die eine entsprechende schulische Ausbildung abgeschlossen hat. Damit arbeitet man für gewöhnlich nicht im Staatsdienst, aber Sportlehrer:in ist man natürlich trotzdem.

Die Ausbildung findet an Fachschulen statt, sie endet mit einer staatlich anerkannten Prüfung. Das ist durchaus ein Qualitätsmerkmal im Sport- und Fitnessbereich, in dem es ganz viele Ausbildungsanbieter gibt, die ihre jeweils eigenen, selbst erfundenen Abschlüsse vergeben.

Die Ausbildung gliedert sich in Unterrichts- und Praktikumsphasen. Während der Praktika arbeitet man in unterschiedlichen Einrichtungen, die grundsätzlich später auch als Arbeitgeber infrage kommen können. Man wird also das Gelernte gleich praktisch anwenden und vertiefen.

Sportlehrer wird man durch schulische Ausbildung - man drückt die Schulbank

Sportlehrer wird man durch schulische Ausbildung – man drückt die Schulbank
Foto: Monkey Business Images/Shutterstock

Auf der Negativseite muss man vermerken, dass für die Ausbildung an Fachschulen keine Ausbildungsvergütung gezahlt wird. Man verdient also erstmal nichts.  Je nach Schule kann es sogar sein, dass Schulgebühren gezahlt werden müssen. Dazu kommen Prüfungsgebühren und eventuell auch Gebühren für die Aufnahmeprüfung. Abhängig von den persönlichen Gegebenheiten gibt es aber die Möglichkeit, BAFÖG zu beziehen.

Die Ausbildung dauert im Allgemeinen drei Jahre, man ist also etwas schneller fertig als mit einem Master-Studium.

Sportlehrer:in werden: Lehramtsstudium

Wer Sport auf Lehramt studiert, wird hinterher Sportlehrer. Das Studium beginnt mit dem Bachelor, für das Lehramt ist der anschließende Master-Studiengang aber verpflichtend. An anderen Unis beendet man das Studium mit dem Staatsexamen. Die verschiedenen Universitäten und Sporthochschulen unterscheiden sich in ihren Angeboten. Bevor man also einfach die nächstgelegene Uni nimmt, sollte man sich informieren, was es wo gibt und wie das mit den eigenen Interessen zusammenpasst.

Anschließend an das Studium muss man im Referendariat Erfahrungen sammeln, bevor man idealerweise in den Staatsdienst übernommen wird. So zwangsläufig und sicher wie früher ist das heute aber nicht mehr. Selbst in Zeiten des Lehrermangels werden viele nur befristet angestellt, anstatt lebenslang verbeamtet zu werden.

Mit dem Studium kann man aber auch außerhalb des Schuldienstes arbeiten, es ist gut, wenn man diese Möglichkeit zumindest nicht kategorisch ausschließt.

Als Sportlehrer im Schuldienst ist man an den Lehrplan gebunden. Man kann also nicht einfach das unterrichten, was einem selbst Spaß macht. Man kann sich aber beliebt machen, wenn man seine eigene Lieblingssportart als Arbeitsgruppe oder Projekt anbietet.

Wie viel verdient man als Sportlehrer?

Eine durchaus relevante Frage vor Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums ist die nach dem Verdienst, wenn man die Ausbildung abgeschlossen hat. Allerdings ist die Frage nicht so ganz einfach zu beantworten.

Es ist immer noch so, dass die Uni-Absolventen zumindest tendenziell mehr verdienen als die, die „nur“ eine Ausbildung gemacht haben. Allerdings ist die Sicherheit von früher ziemlich verschwunden.

Wer als Beamter in den Staatsdienst übernommen wird, der verdient genaugenommen nichts, sondern wird versorgt. Wie hoch die Bezüge sind, richtet sich nach den Besoldungstabellen der Bundesländer. Sie richten sich nach der Schulform, an der man unterrichtet, nach dem Alter und nach der Karrierestufe.

In der freien Wirtschaft, in der man als Absolvent einer Ausbildung vermutlich beschäftigt sein wird, kommt es auf die Vorstellungen des Arbeitgebers, aber auch auf das eigene Verhandlungsgeschick an. Je nach Branche des Arbeitgebers kann es auch einen Tarifvertrag geben.

Generell gilt, je mehr man kann, je mehr man dieses Können unter Beweis gestellt hat, umso mehr Gehalt kann man fordern. Direkt nach der Ausbildung kann man unter Umständen weniger als 2.000 Euro verdienen, bei unregelmäßiger Arbeitszeit. Das kann, und vor allem sollte aber nicht so bleiben.

Fazit

Für Menschen, deren Lebensinhalt Sport ist, egal in welcher Form oder Sportart, ist ein Studium oder eine Ausbildung zum Sportlehrer / zur Sportlehrerin ideal. Man erwirbt einen anerkannten, qualifizierten Abschluss, lernt wirklich nützliches Wissen und kann sein Hobby zum Beruf machen.

Wer unsicher ist, ob das der richtige Beruf ist, der kann sich noch weiter umsehen. Es gibt ganz viele weitere Berufe rund um Sport und Fitness, mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten.

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