Bauch-Beine-Po Beliebte Kurse im Fitnessstudio
22. September 2021
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7 Minuten

Fast alle Frauen haben Probleme mit ihren Problemzonen. Kaum ein Mann hat diese Probleme. Und das, obwohl mehr Männer als Frauen Übergewicht haben, obwohl vor allem Männer stolze Bierbäuche vor sich her tragen.

Und das ist wohl genau der Unterschied. Während Frauen unzufrieden sind mit ihrem Bauch, ihrem Po und ihren Beinen und diese (und andere) Körperstellen deshalb als problematisch wahrnehmen, sind Männer viel öfter mit sich und ihrem Körper zufrieden, auch stolz.

Das Problem an den Problemzonen ist also eher nicht objektiv, sondern liegt in der Wahrnehmung. Ein Problem ist es natürlich trotzdem. In diesem Artikel soll es darum gehen, was man tun kann, um das Problem loszuwerden.

Wo sitzen die Problemzonen?

Je nachdem, welche Körperstellen als problematisch gesehen werden, gibt es andere Möglichkeiten, das zu ändern. Aber die meisten Frauen haben irgendeine aus einer langen Liste an Problemzonen, während Männer entweder einen Bierbauch haben oder nicht. Und als Problem sehen ihn die wenigsten.

Falls doch, gilt für sie dasselbe wie für Frauen.

Hier soll es also um die Problemzonen der Frauen gehen.

Am häufigsten werden der Bauch, die Beine, insbesondere die Oberschenkel, und der Po als nicht richtig angesehen. Das ist so weit verbreitet, dass so gut wie alle Fitness-Studios extra dafür ein Bauch-Beine-Po Trainingsprogramm anbieten.

Diese Programme sind gut besucht. Und in vielen Fällen helfen sie auch tatsächlich. Oder sind zumindest ein Teil der Lösung.

Denn egal, ob jetzt der hintere, der innere oder der äußere Oberschenkel als zu dick oder sonst irgendwie nicht richtig angesehen wird, oder ob der Po zu dick oder nicht rund genug ist, Krafttraining hilft.

Insgesamt ist es normal, dass Männer vor allem am Bauch, Frauen dagegen vor allem rund um Hüften, Po und Oberschenkel Fett ansetzen. Die Hormone steuern mit, wo die Fettpölsterchen entstehen. Mit den Wechseljahren verändert sich die Fettverteilung dann auch bei vielen Frauen mehr in Richtung Bauch.

Hüftspeck ist dabei meistens ein ästhetisches Problem, während das Fett am Bauch auch auf ein ernstes Gesundheitsproblem hinweisen kann.

Als Problemzone kann aber auch jeder andere Körperteil angesehen werden. Manche haben ein rundes Gesicht oder Falten am Hals. Fett sitzt an den Oberarmen oder in der Nähe der Fußgelenke. Irgendwas ist immer.

Was kann man gegen die Problemzonen tun?

Gegen Problemzonen kann man etwas tun. Es kommt natürlich darauf an, was genau das Problem ist.

Wenn zu viel Körperfett das Problem ist, dann hilft Abnehmen. Allerdings kann man, allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz, nicht gezielt an bestimmten Körperstellen abnehmen. Abnehmen hilft also nur dann, wenn man insgesamt übergewichtig ist. Sonst nicht.

Man kann allerdings das Abnehmen durch Krafttraining ergänzen. Krafttraining hilft sowieso immer, vor allem aber dann, wenn zu wenig Muskulatur das Problem ist. Das ist bei ganz vielen Frauen der Fall.

Problemzonen - Cellulite am Bein

Problemzonen – Probleme sehen, wo keine sind
(Foto: Kzenon/Shutterstock)

Anders liegt der Fall, wenn Cellulite oder ein Lipödem vorliegt. Ein Lipödem ist eine Krankheit, die man nicht mit Diät oder Abnehmen behandeln kann. Bei diesem Thema müssen auch einige Ärzte noch dazu lernen.

Cellulite ist im Grunde ganz normal, liegt in der Struktur des weiblichen Bindegewebes. Mit Cellulite-Behandlungen wird viel Geld verdient, wirklich gelöst wurde das „Problem“ bisher noch nicht. Es kann weniger sichtbar werden, wenn man abnimmt, aber das hilft natürlich nur dann, wenn man vorher übergewichtig war.

Man kann nicht alles ändern

Frauen haben naturbedingt ein eher breites Becken. Das ist normal. Ebenfalls normal ist, dass Frauen rund um dieses Becken, also an Hüften, Po und Oberschenkeln, Fett ansetzen. Das bedeutet nicht automatisch, dass man dick ist. Eine gewisse Reserve ist gesund.

Wer zu viel wiegt, kann natürlich durch Abnehmen dafür sorgen, dass der Bereich um die Körpermitte schmaler wird. Aber schmaler als durch den Knochenbau vorgegeben wird es nicht werden. Und der ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Genau so, wie manche Menschen sehr lange Beine haben, andere dagegen nicht. Manche sind lang und schlank, andere dagegen klein und stämmig. Manches ist, wie es ist.

Wer ein schmales Becken hat, empfindet seine Hüften eher nicht als Problem. Aber wer ein schmales Becken hat, hat oft aneinander reibende Oberschenkel. Was die mit dem breiten Becken eher nicht haben. Irgendwas ist immer.

Nicht ändern kann man auch die anderen Menschen. Irgendjemand wird einem immer zu verstehen geben, man wäre nicht schön genug. Besser als zu versuchen, es denen recht zu machen, ist, da drüber zu stehen. Wer beschließt, sich selbst richtig zu finden, kann auf die Meinung der anderen verzichten.

Was man realistischerweise tun kann

Man kann nicht alles ändern, aber einiges schon. Einiges kann man ändern, wenn man es ändern möchte, wenn es einem den Aufwand wert erscheint. Und genau darüber sollte man sich zunächst klar werden.

Wer zu viel wiegt, kann durch Abnehmen eine Menge ändern. Abnehmen ist allerdings nicht mühelos zu haben. Damit es funktioniert, muss man bereit sein, die Mühe auf sich zu nehmen.

Abnehmen löst auch nur das Problem einer zu großen Fettmenge am Körper. Wenn man Glück hat, verschwindet das Fett genau da, wo es einen am meisten stört, aber sicher ist das keineswegs.

Krafttraining ist eine Methode, die bei ganz vielen Problemen hilft. Es ist dabei nicht nötig und auch nicht besonders hilfreich, genau die Körperstellen zu trainieren, die als problematisch angesehen werden. Am besten hilft ein muskelaufbauendes Krafttraining für den ganzen Körper.

Krafttraining

Muskelaufbau ist hilfreich, nicht nur bei Problemzonen. Muskeln helfen dabei, gut auszusehen. Denn Muskeln sorgen für eine gute Körperhaltung, für leichte, dynamische Bewegungen. Wer Muskeln hat, wirkt jung.

Muskeln sitzen an anderen Stellen als die Fettpölsterchen. Dadurch verändern sie die Proportionen des Körpers, sodass er als ästhetischer wahrgenommen wird. Das gilt auch dann, wenn die Muskeln unter einer Fettschicht nicht zu sehen sind. Auch dann, wenn das Fett an den störenden Stellen unverändert vorhanden ist. Es fällt dann nicht mehr so ins Auge, kann also auch bleiben.

Gut trainierte Muskeln sorgen dafür, dass der Energieverbrauch hoch bleibt. Damit wird Abnehmen und Gewicht halten einfacher.

Krafttraining hilft bei Problemzonen

Krafttraining hilft bei Problemzonen – starke Frauen haben keine Problemzonen
Foto: Likoper/Shutterstock

Mit Krafttraining kann man also für mehr Kraft und damit mehr Dynamik sorgen. Man kann aber auch die Muskelmasse erhöhen. Was erst mal nichts mit Bodybuildung zu tun hat. Sondern nur damit, die Auswirkungen eines modernen, sitzenden Lebensstils zu kompensieren.

Nicht vergessen sollte man auch, dass, wer gut trainierte Muskeln hat, auch stark ist. Starke Frauen sind attraktiv, egal, was mit Problemzonen ist.

Problemzonen weg trainieren

Leider ist es nicht möglich, mit speziellen Übungen die jeweiligen Problemzonen wegzutrainieren.

Man kann zwar mit speziellen Übungen an bestimmten Stellen Muskeln aufbauen. Aber das ist nur selten sinnvoll. Denn der Körper braucht eine ausgeglichene Muskulatur, um richtig zu funktionieren.

Zum Beispiel ergibt es keinen Sinn, nur den Bauch zu trainieren. Man sollte gleichzeitig auch die Rückenmuskeln und alle anderen Muskeln rund um die Körpermitte trainieren, damit eine gute Körperhaltung resultiert.

Ein muskelaufbauendes Krafttraining für den ganzen Körper hilft dagegen sehr gut gegen Problemzonen. Egal, wo die sitzen. Also auch, wenn die eigenen Unzulänglichkeiten woanders sitzen, hilft ein Bauch-Beine-Po-Trainingsprogramm. Oder ein anderes Muskelaufbauprogramm.

Es gibt also keine speziellen Übungen für Problemzonen. Sondern nur ein allgemeines Krafttraining für alle. Das, wenn es konsequent angewendet wird, sehr gut hilft.

Beispiel: Die Oberschenkel

Viele Frauen hätten gerne schlanke Oberschenkel. Sie wünschen sich, dass die Beine so schlank sind, dass sie sich nicht berühren. Manche haben den dazu passenden Körperbau mit breitem Becken. Für die allermeisten ist das Ziel eines „Thigh Gap“ nur mit deutlichem Untergewicht zu erreichen. Man sollte sich von solchen Zielen verabschieden.

Da viele diese Ziele trotzdem anstreben, werden auch entsprechende Fitnessübungen für die Innenseite der Oberschenkel angeboten. Das kann man machen, ohne sich zu schaden. Nur seinem Ziel wird man damit eher nicht näherkommen. Es erscheint zwar logisch, bei Problemen mit der Oberschenkelinnenseite Übungen für eben diese Oberschenkelinnenseite zu machen, aber es funktioniert nicht.

Als Teil eines allgemeinen Fitnessprogramms sind diese Übungen dagegen durchaus sinnvoll. Mehr Muskeln an allen Körperstellen helfen, den Körperfettgehalt niedrig zu halten. Das kann helfen, dem Ideal näherzukommen.

Problemzonen kaschieren

Wer nicht gewillt ist, sich von seinen Problemzonen seinen Lebensstil diktieren zu lassen, kann sie mit entsprechender Kleidung kaschieren. Das kann man auch dann machen, wenn man gerade erst mit dem entsprechenden Problemzonentraining angefangen hat und die Wirkung noch nicht so deutlich sichtbar ist.

Es gibt eine große Auswahl an Mode für Problemzonen, die sich in den meisten Fällen nicht von sonstiger Mode unterscheidet. Es kommt nur auf die Auswahl an. Hauteng sitzende Kleidung betont eher, lockere Kleidung kaschiert eher. Und letztere ist auch noch bequemer.

Für Menschen, die mit Kaschieren unzufrieden sind, die um jeden Preis im Bikini oder nackt gut aussehen wollen, gibt es eine Vielzahl an Behandlungen. Die wirken, oder auch nicht.

Problemzonen behandeln

Viele Problemzonen erweisen sich als äußerst hartnäckig. Entsprechend gibt es eine Vielzahl an Angeboten, mit denen man ihnen zu Leibe rücken kann. Das reicht von Cremes und Massagen, über die oben schon erwähnten speziellen Fitnessübungen, bis zu Tabletten und Pülverchen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer hier einen klaren Kopf behält, spart viel Geld.

Daneben gibt es auch kostenlose Tipps, die durchs Internet geistern. Einer davon empfiehlt, die Problemzonen mit Frischhaltefolie einzuwickeln. Und dann damit ein Fitnesstraining zu machen.

Tatsache ist, dass Frischhaltefolie luft- und wasserundurchlässig ist. Wer sich damit einwickelt, verhindert, dass Luft an den Körper kommt. Schon deshalb sollte man das nur kurzfristig machen. Die Wirkung beruht allerdings darauf, dass der Schweiß durch die Folie nicht mehr verdunsten kann. Das führt beim Training zu einer Überwärmung.

Diese Überwärmung kann allerdings kein Körperfett schmelzen. Auch wenn das wirklich schön wäre.

Allerdings wird die Haut unter der Folie sozusagen in Schweiß gebadet. Dadurch sieht sie nach dem Auswickeln schön glatt aus. Das verändert zwar weder den Knochenbau noch die Fettverteilung, aber es ist auch ein positiver Effekt. Über den man sich freuen kann.

Wer allerdings auf alle diese Dinge keine Lust (mehr) hat, ist auf dem besten Weg, seinen Körper so zu akzeptieren, wie er eben ist.

Problemzonen akzeptieren

Eine überwältigende Mehrheit von Frauen leidet unter Problemzonen. So gut wie jede. Es ist so normal wie sonst nichts, vermeintliche Problemzonen zu haben. Selbst gefeierte Schönheiten haben sie. Wenn jeder Problemzonen hat, wo ist dann das Problem?

Jeder Mensch ist ein Individuum. Und niemand ist perfekt. Es ist besser, auf die eigenen positiven Seiten zu gucken, als sich von tatsächlichen oder vermeintlichen Problemen das Leben schwer machen zu lassen.

Man kann trotzdem wunderschön sein. Man kann trotzdem stark, fit und sportlich sein. Man kann klug, gebildet, erfolgreich, alles sein. Alles geht, auch mit Problemzonen. Die sind einfach nicht wichtig. Die sind nur ein Ausdruck der eigenen Individualität. Einer von vielen. Ein unwichtiger.

Man kann Problemzonen bekämpfen. Auf unterschiedliche Weisen. Aber es ist legitim, und vielleicht sogar besser, es sein zu lassen und sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Solchen Dingen, die einem wirklich weiter helfen.

Sport machen, fit werden, auch Krafttraining machen. Gerne auch Bauch-Beine-Po. Aber mit dem Fokus auf das gute Gefühl, dass einem die Anstrengung gibt. Nicht mit dem Fokus auf die eigenen, vermeintlichen Defizite.

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Beitragsbild: Bojan Milinkov/Shutterstock